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Kamel (Camel)
Physiologie

Kamel (Camel)

TORIma Akademie — Physiologie

Camel

Kamel (Camel)

Ein Kamel (aus dem Lateinischen: Camelus und dem Altgriechischen: κάμηλος (kamēlos) aus dem Altsemitischen: gāmāl) ist ein Paarhufer aus der Gattung Camelus, das…

Ein Kamel, dessen Name sich aus dem Lateinischen (camelus), dem Altgriechischen (κάμηλος (kamēlos)) und dem Altsemitischen (gāmāl) ableitet, ist ein Paarhufer der Gattung Camelus, das durch markante Fettablagerungen oder „Höcker“ auf seiner Rückenregion gekennzeichnet ist. Diese Tiere werden seit langem domestiziert und dienen als Nutztiere, die sowohl Nahrung (Milch und Fleisch) als auch Textilmaterialien (Fasern und Filz aus ihren Haaren) liefern. Kamele sind hochgradig angepasste Arbeitstiere, die sich besonders für Wüstenumgebungen eignen, wo sie als wichtiges Transportmittel für Personen und Güter fungieren. Derzeit sind drei noch existierende Kamelarten anerkannt. Das Dromedar, das sich durch einen einzigen Höcker auszeichnet, macht 94 % der weltweiten Kamelpopulation aus, während das zweihöckrige Trampeltier die restlichen 6 % ausmacht. Bemerkenswert ist, dass das wilde baktrische Kamel eine eigene Art darstellt, kein Vorfahre seines heimischen Gegenstücks, und derzeit als vom Aussterben bedroht eingestuft wird, da weniger als 1.000 Exemplare übrig sind.

Ein Kamel (aus dem Lateinischen: camelus und dem Altgriechischen: κάμηλος (kamēlos) aus dem Altsemitischen: gāmāl) ist ein Paar mit geraden Zehen Huftier der Gattung Camelus, das auf seinem Rücken charakteristische Fettablagerungen trägt, die als „Höcker“ bekannt sind. Kamele sind seit langem domestiziert und liefern als Nutztiere Nahrung (Kamelmilch und Fleisch) und Textilien (Fasern und Filz aus Kamelhaar). Kamele sind Arbeitstiere, die sich besonders für ihren Lebensraum in der Wüste eignen und ein wichtiges Transportmittel für Passagiere und Fracht sind. Es gibt drei überlebende Kamelarten. Das einhöckrige Dromedar macht 94 % der weltweiten Kamelpopulation aus, und das zweihöckrige Trampeltier macht 6 % aus. Das wilde baktrische Kamel ist eine eigenständige Art, die nicht mit dem heimischen baktrischen Kamel abstammt und heute mit weniger als 1.000 Individuen vom Aussterben bedroht ist.

Informell wird der Begriff Kamel oft in einem breiteren Kontext verwendet, obwohl „Kamelid“ die genauere Bezeichnung ist und alle sieben Arten innerhalb der Familie der Camelidae umfasst. Dazu gehören die drei oben genannten „Echten Kamele“ und die „Neuwelt“-Kameliden – das Lama, das Alpaka, das Guanako und das Vicuña –, die dem eigenständigen Stamm Lamini zugeordnet sind. Die evolutionären Ursprünge der Kameliden gehen auf Nordamerika im Eozän zurück. Der Stammvater der heutigen Kamele, Paracamelus, wanderte im späten Miozän vor etwa 6 Millionen Jahren über die Bering-Landbrücke nach Asien ein.

Taxonomie

Vorhandene Arten

Die folgenden drei Arten sind derzeit noch vorhanden:

Biologische Eigenschaften

Kamele haben typischerweise eine Lebenserwartung zwischen 40 und 50 Jahren. Ein ausgewachsenes Dromedar erreicht eine durchschnittliche Schulterhöhe von 1,85 Metern (6 Fuß 1 Zoll) und eine Buckelhöhe von 2,15 Metern (7 Fuß 1 Zoll). Trampeltiere hingegen können diese Ausmaße um etwa einen Fuß überschreiten. Diese Tiere sind in der Lage, Sprintgeschwindigkeiten von bis zu 65 Kilometern pro Stunde (40 Meilen pro Stunde) zu erreichen und eine Dauergeschwindigkeit von 40 Kilometern pro Stunde (25 Meilen pro Stunde) aufrechtzuerhalten. Die Körpermasse variiert: Baktrische Kamele wiegen zwischen 300 und 1.000 Kilogramm (660 bis 2.200 Pfund) und Dromedare zwischen 300 und 600 Kilogramm (660 bis 1.320 Pfund). Die charakteristischen, sich verbreiternden Zehen eines Kamelhufes verbessern die Traktion auf verschiedenen Bodenuntergründen.

Männliche Dromedar besitzen ein spezielles Organ in ihrem Hals, das als Dulla bekannt ist. Dieser große, aufblasbare Sack wird während der Brunftzeit aus dem Maul herausgedrückt und dient dazu, die Dominanz zu etablieren und potenzielle Partner anzulocken. Sein Aussehen ist durch eine lange, aufgeblähte, rosafarbene Struktur gekennzeichnet, die seitlich aus dem Maul des Kamels herausragt. Beim Paarungsverhalten nehmen sowohl das Männchen als auch das Weibchen eine Sitzposition auf dem Boden ein, wobei das Männchen von hinten aufsteigt. Normalerweise erreicht der Mann während einer einzigen Kopulationssitzung drei bis vier Ejakulationen. Kameliden sind unter den Huftieren einzigartig, weil sie sich in liegender Position paaren.

Ökologische und Verhaltensanpassungen

Entgegen der landläufigen Meinung speichern Kamele kein Wasser in ihren Höckern; Vielmehr dienen diese Strukturen als Fettgewebereservoirs und stellen eine Kalorienreserve bereit. Beim metabolischen Abbau dieses Fettgewebes entsteht eine größere Wassermenge als das Fett selbst. Diese Fettverstoffwechselung führt jedoch bei gleichzeitiger Energiefreisetzung gleichzeitig zu einem Wasserverlust durch Verdunstung aus der Lunge während der Atmung (aufgrund des Sauerstoffbedarfs für den Stoffwechselprozess), was zu einer Nettoreduzierung des gesamten Wasserhaushalts des Tieres führt.

Kamele verfügen über eine Reihe physiologischer Anpassungen, die es ihnen ermöglichen, längere Zeiträume ohne externe Wasserquellen auszuhalten. Dromedar beispielsweise können sich selbst bei extremer Hitze nur einmal alle zehn Tage von der Wasseraufnahme ernähren und können durch Dehydrierung bis zu 30 % ihrer Körpermasse verlieren. Sie können in einer einzigen Sitzung bis zu 30 britische Gallonen (140 Liter) Wasser verbrauchen, das in den Blutkreislauf aufgenommen und nicht, entgegen einem weit verbreiteten Missverständnis, in den Höckern gespeichert wird.

Ein charakteristisches Merkmal der Physiologie von Kamelen ist die ovale Morphologie ihrer roten Blutkörperchen, die im Gegensatz zu der Kreisform der meisten anderen Säugetiere steht. Diese einzigartige Form verbessert den Fluss roter Blutkörperchen in Phasen der Dehydrierung und verleiht eine überlegene Widerstandsfähigkeit gegenüber osmotischen Schwankungen, wodurch ein Zellbruch verhindert wird, wenn große Mengen Wasser verbraucht werden.

Kamele weisen bemerkenswerte physiologische Anpassungen auf, die es ihnen ermöglichen, Schwankungen der Körpertemperatur und Wassermangel zu ertragen, die für die meisten anderen Säugetiere tödlich wären. Ihre Körperkerntemperatur schwankt typischerweise zwischen 34 °C (93 °F) im Morgengrauen und steigt bis zum Sonnenuntergang allmählich auf 40 °C (104 °F) an, bevor sie über Nacht auf niedrigere Werte sinkt. Im Vergleich zu anderen Nutztieren weisen Kamele eine außergewöhnliche Flüssigkeitsspeicherung auf und verlieren täglich nur etwa 1,3 Liter Flüssigkeit, im Gegensatz zu den 20 bis 40 Litern, die andere Arten verlieren. Entscheidend für das Überleben der Tiere ist die Aufrechterhaltung der Gehirntemperatur innerhalb enger Grenzen; Kamele erreichen dies durch ein Rete mirabile, ein kompliziertes Netzwerk aus eng beieinander liegenden Arterien und Venen, das einen Gegenstrom zur Kühlung des Gehirnbluts nutzt. Selbst wenn die Umgebungstemperatur 49 °C (120 °F) erreicht, schwitzen Kamele selten. Eventuell auftretender Schweiß verdunstet direkt von der Hautoberfläche und nicht von der Außenschicht. Dadurch wird sichergestellt, dass die Verdunstungswärme aus der inneren Körperwärme und nicht aus der Umgebung stammt. Darüber hinaus können Kamele einen Wasserverlust von 25 % ihres Körpergewichts tolerieren, ein starker Gegensatz zu den meisten anderen Säugetieren, die aufgrund von Durchblutungsstörungen typischerweise an Herzversagen erkranken, nachdem sie nur 12–14 % ihres Körperwassers verloren haben.

Beim Ausatmen sparen Kamele effizient Wasser, indem sie Wasserdampf in ihren Nasenlöchern einschließen, der anschließend wieder in den Körper aufgenommen wird. Unter milderen Umweltbedingungen können Kamele, die grünes Gras fressen, ausreichend Feuchtigkeit aufnehmen, um die Flüssigkeitszufuhr aufrechtzuerhalten, ohne auf externe Wasserquellen angewiesen zu sein.

Obwohl Kamele nicht zur Unterordnung der Wiederkäuer gehören, besitzen Kamele dreikammerige Mägen und das Wiederkäuen ist ein integraler Bestandteil ihrer Verdauungsphysiologie.

Das dichte Fell des Kamels schützt vor der starken Hitze, die vom Wüstensand ausgeht. Insbesondere benötigt ein geschorenes Kamel 50 % mehr Schweiß, um eine Überhitzung zu verhindern. Im Sommer hellt sich die Farbe des Fells auf, was die Lichtreflexion verstärkt und Schutz vor Sonnenbrand bietet. Ihre verlängerten Beine tragen zur Thermoregulierung bei, indem sie den Körper weiter vom Boden anheben, der Temperaturen von bis zu 70 °C (158 °F) erreichen kann. Dromedare besitzen ein dickes Gewebepolster über dem Brustbein, das als Sockel bekannt ist. Wenn das Tier eine sternale Liegeposition einnimmt, hebt dieser Sockel den Körper von der heißen Oberfläche ab und erleichtert so die Zirkulation der kühlenden Luft darunter.

Das Maul von Kamelen ist mit einer dicken, ledrigen Auskleidung ausgestattet, die es ihnen ermöglicht, dornige Wüstenvegetation ohne Verletzungen zu kauen. Zu den Schutzvorrichtungen gegen Sand gehören lange Wimpern, Ohrenhaare und verschließbare Nasenlöcher, die eine wirksame Barriere bilden. Sollte sich Sand in ihren Augen festsetzen, können Kamele ihn mithilfe ihres durchsichtigen dritten Augenlids, auch Nickmembran genannt, entfernen. Ihr ausgeprägter Gang und ihre breiten Füße erleichtern die Bewegung über sandiges Gelände, ohne einzusinken.

Die Nieren und der Darm von Kamelen weisen eine außergewöhnliche Effizienz bei der Wasserrückresorption auf. Insbesondere weisen die Nieren von Kamelen ein Verhältnis von Rinde zu Mark von 1:4 auf, was bedeutet, dass die Markregion doppelt so viel Fläche einnimmt wie in einer Kuhniere. Darüber hinaus besitzen ihre Nierenkörperchen einen kleineren Durchmesser, was die für die Filtration zur Verfügung stehende Oberfläche verringert. Diese beiden wichtigen anatomischen Eigenschaften ermöglichen es Kamelen, in rauen Wüstenumgebungen effektiv Wasser zu sparen und die Urinmenge zu minimieren. Folglich ist Kamelurin hochkonzentriert und ähnelt einem dicken Sirup, und ihr Kot ist so ausgetrocknet, dass er ohne vorheriges Trocknen direkt als Brennstoff verwendet werden kann.

Das Immunsystem von Kamelen weist im Vergleich zu anderen Säugetieren unterschiedliche Merkmale auf. Typischerweise bestehen Y-förmige Antikörpermoleküle aus zwei schweren (langen) Ketten, die den Stamm bilden, und zwei leichten (kurzen) Ketten an der Spitze jedes Arms. Allerdings produzieren Kamele auch einzigartige Antikörper, die ausschließlich aus zwei schweren Ketten bestehen, was zu einer geringeren Größe und einer längeren Haltbarkeit führt. Es wird angenommen, dass sich diese 1993 identifizierten „nur schweren Ketten“-Antikörper vor etwa 50 Millionen Jahren entwickelt haben, als sich Kameliden von Wiederkäuern und Schweinen trennten.

Der Parasit Trypanosoma evansi ist der Erreger von Surra bei Kamelen.

Genetics

Während bereits verschiedene Forschungsgruppen die Karyotypen verschiedener Kamelidenarten untersucht haben, besteht nach wie vor kein Konsens über die Nomenklatur der Kamelidenchromosomen. In einer Studie aus dem Jahr 2007 wurden Fließsortierungstechniken zur Analyse von Kamelchromosomen eingesetzt. Dabei wurde bestätigt, dass Kamele 37 Chromosomenpaare besitzen (2n=74). Diese Analyse ergab einen Karyotyp, der aus einem metazentrischen, drei submetazentrischen und 32 akrozentrischen Autosomen bestand. Das Y-Chromosom wurde als kleines metazentrisches Chromosom identifiziert, während das X-Chromosom als großes metazentrisches Chromosom charakterisiert wurde.

Das Hybridkamel, eine Kreuzung zwischen Trampeltieren und Dromedaren, besitzt einen einzelnen Höcker, der durch eine 4–12 cm (1,6–4,7 Zoll) tiefe Vertiefung gekennzeichnet ist, die seinen vorderen und hinteren Teil abgrenzt. Dieser Hybrid erreicht eine Schulterhöhe von 2,15 m (7 Fuß 1 Zoll) und eine Buckelhöhe von 2,32 m (7 Fuß 7 Zoll). Mit einem durchschnittlichen Gewicht von 650 kg (1.430 lb) weist es eine überlegene Tragfähigkeit von etwa 400 bis 450 kg (880 bis 990 lb) auf und übersteigt damit die von Dromedaren und Trampeltieren.

Molekulare Analysen deuten darauf hin, dass sich das wilde Trampeltier (C. ferus) vom heimischen Trampeltier (C. bactrianus) vor etwa einer Million Jahren. Darüber hinaus trennten sich Neuwelt- und Altweltkameliden vor etwa 11 Millionen Jahren. Trotz dieser erheblichen evolutionären Unterschiede behalten diese Arten die Fähigkeit zur Hybridisierung und zur Erzeugung lebensfähiger Nachkommen. Das Cama, ein Kamel-Lama-Hybrid, wurde von Wissenschaftlern speziell entwickelt, um die genetische Nähe der Elternart zu untersuchen. Bei diesem Verfahren wurde der Samen eines Kamels über eine künstliche Vagina gesammelt und anschließend ein Lama befruchtet, nachdem mit Gonadotropin-Injektionen der Eisprung ausgelöst wurde. Das resultierende Cama weist eine mittlere Größe zwischen einem Kamel und einem Lama auf und weist insbesondere keinen Höcker auf. Seine Ohren sind morphologisch mittelmäßig, seine Beine sind länger als die eines Lamas und seine Hufe sind teilweise gespalten. Analog zu Maultieren sind Camas unfruchtbar, ungeachtet der identischen Chromosomenzahl bei beiden Elternarten.

Evolution

Der früheste identifizierte Kamelid, Protylopus genannt, lebte vor 40 bis 50 Millionen Jahren im Eozän in Nordamerika. Diese etwa kaninchengroße Art gedieh in den offenen Wäldern des heutigen South Dakota. Vor 35 Millionen Jahren hatte sich Poebrotherium zur Größe einer Ziege entwickelt und wies eine größere Anzahl gemeinsamer Merkmale mit modernen Kamelen und Lamas auf. Gleichzeitig existierte auch der Huftier Stenomylus, der sich durch seine digitale Fortbewegung auszeichnete. Der langhalsige Aepycamelus entstand später im Miozän. Die phylogenetische Spaltung zwischen dem Camelini-Stamm, zu dem noch lebende Kamele gehören, und dem Lamini-Stamm, zu dem moderne Lamas, Alpakas, Vicuñas und Guanakos gehören, fand schätzungsweise vor über 16 Millionen Jahren statt.

Der Stammvater der heutigen Kamele, Paracamelus, wanderte im späten Miozän, vor etwa 7,5 bis 6,5 Millionen Jahren, von Nordamerika über Beringia nach Eurasien. Während des Pleistozäns, vor drei bis einer Million Jahren, breiteten sich nordamerikanische Camelidae im Rahmen des Great American Interchange nach Südamerika aus und überquerten den neu gebildeten Isthmus von Panama, wo sie sich in Guanacos und verwandte Taxa diversifizierten. Populationen von Paracamelus blieben in der nordamerikanischen Arktis bis ins frühe Pleistozän bestehen. Es wird geschätzt, dass dieses uralte Geschöpf eine Höhe von etwa 2,7 Metern erreicht hat. Fossile Beweise deuten darauf hin, dass sich das baktrische Kamel vor etwa einer Million Jahren vom Dromedar abgespalten hat.

Die letzte in Nordamerika heimische Kamelart war Camelops hesternus, die zusammen mit Pferden, Kurznasenbären, Mammuts, Mastodons, Bodenfaultieren, Säbelzahnkatzen und zahlreichen anderen Megafauna während des quartären Aussterbens ausstarb. Dieses Ereignis fiel mit der Migration von Menschen aus Asien nach Nordamerika am Ende des Pleistozäns vor etwa 13.000–11.000 Jahren zusammen.

Eine ausgestorbene Riesenkamelart, Camelus knoblochi, lebte im späten Pleistozän in Asien und starb schließlich vor etwa 20.000 Jahren aus.

Domestizierung

Kamele haben, ähnlich wie Pferde, ihren Ursprung in Nordamerika, bevor sie sich über Beringia nach Asien ausbreiteten. Anschließend überlebten sie in der Alten Welt, wo sie schließlich von Menschen domestiziert und weltweit verbreitet wurden. In Nordamerika wurden die ursprünglichen wilden Kamelpopulationen zusammen mit vielen anderen Megafauna während der Zerstreuung der ersten indigenen Völker Amerikas aus Asien vor etwa 10.000 bis 12.000 Jahren ausgerottet; Fossilienfunde haben dieses Aussterben jedoch nicht eindeutig mit Jagdaktivitäten in Verbindung gebracht.

Die Mehrheit der noch vorhandenen Kamelpopulationen ist domestiziert. Während wilde Populationen in Australien, Indien und Kasachstan vorkommen, findet man wirklich wilde Kamele ausschließlich in der wilden baktrischen Kamelpopulation, die in der Wüste Gobi lebt.

Verlauf

Der genaue Zeitpunkt der Domestizierung von Kamelen bleibt Gegenstand wissenschaftlicher Debatten. Dromedare wurden möglicherweise erstmals im 3. Jahrtausend v. Chr. in Somalia oder Südarabien domestiziert, während baktrische Kamele vermutlich um 2.500 v. Chr. in Zentralasien domestiziert wurden, wie in Shar-i Sokhta (auch bekannt als die verbrannte Stadt) im Iran nachgewiesen wurde. Eine umfassende Studie aus dem Jahr 2016, die die Genotypisierung und weltweite Sequenzierung moderner und alter mitochondrialer DNA (mtDNA) umfasste, ergab, dass die anfängliche Domestizierung auf der südöstlichen Arabischen Halbinsel stattfand und der baktrische Typ anschließend in Zentralasien domestiziert wurde.

Martin Heides Forschung zur Kameldomestizierung aus dem Jahr 2010 kommt vorläufig zu dem Schluss, dass der Mensch das baktrische Kamel mindestens in der Mitte des dritten Jahrtausends v. Chr. in einer Region östlich des Zagros-Gebirges domestiziert hatte, bevor es anschließend nach Mesopotamien gelangte. Heide schlägt vor, dass sich Verweise auf Kamele in patriarchalischen Erzählungen in bestimmten Fällen auf das baktrische Kamel beziehen könnten. Er stellt auch fest, dass im Zusammenhang mit Kanaan keine Kamele erwähnt werden. Heide und Joris Peters bekräftigten diese Schlussfolgerung in ihrer Studie zu diesem Thema aus dem Jahr 2021.

Zwischen 2009 und 2013 brachten archäologische Ausgrabungen von Lidar Sapir-Hen und Erez Ben-Yosef im Timna-Tal die möglicherweise frühesten Knochen von Hauskamelen zutage, die in Israel oder sogar außerhalb der Arabischen Halbinsel entdeckt wurden und auf etwa 930 v. Chr. datiert werden. Dieser Befund erregte großes Medieninteresse, da er substanzielle Beweise dafür liefert, dass die Erzählungen über Abraham, Jakob, Esau und Joseph nach dieser Zeit verfasst wurden.

Die Beobachtung, dass Kamele in Mesopotamien und Arabien vorkamen, in Syrien jedoch nicht vorhanden waren, ist kein neues Konzept. Der Historiker Richard Bulliet postulierte, dass trotz gelegentlicher biblischer Erwähnungen von Kamelen dies nicht unbedingt ein Hinweis auf die weitverbreitete Präsenz domestizierter Kamele im Heiligen Land zu dieser Zeit sei. Noch früher betrachtete der Archäologe William F. Albright biblische Hinweise auf Kamele als anachronistisch.

Im offiziellen Bericht von Sapir-Hen und Ben-Joseph heißt es:

Die Integration des Dromedars (Camelus dromedarius) als Lasttier in der südlichen Levante verbesserte die Handelsrouten durch die ausgedehnten Wüsten Arabiens erheblich und förderte dadurch sowohl wirtschaftliche als auch gesellschaftliche Veränderungen (z. B. Kohler 1984; Borowski 1998: 112–116; Jasmin 2005). Diese Entwicklung hat eine umfangreiche wissenschaftliche Debatte über die Chronologie des frühesten domestizierten Kamels in der südlichen Levante und angrenzenden Regionen ausgelöst (z. B. Albright 1949: 207; Epstein 1971: 558–584; Bulliet 1975; Zarins 1989; Köhler-Rollefson 1993; Uerpmann und Uerpmann 2002; Jasmin 2005; 2006; Heide 2010; Rosen und Saidel 2010; Derzeit sind sich die meisten Gelehrten einig, dass das Dromedar in der frühen Eisenzeit als Lasttier genutzt wurde, genauer gesagt nicht vor dem 12. Jahrhundert v. Chr.

und schließt mit der Aussage:

Zeitgenössische Daten von Kupferschmelzstandorten im Arabah-Tal ermöglichen eine genauere Bestimmung der Einführung von Hauskamelen in die südliche Levante, basierend auf stratigraphischen Kontexten, die mit einer umfassenden Reihe von Radiokarbondaten korreliert sind. Diese Daten deuten darauf hin, dass sich dieses Ereignis frühestens im letzten Drittel des 10. Jahrhunderts v. Chr. ereignete und höchstwahrscheinlich in diesem Zeitraum lag. Die zeitliche Übereinstimmung dieses Ereignisses mit einer erheblichen Umstrukturierung der Kupferindustrie der Region – eine Veränderung, die auf die Ergebnisse des Feldzugs von Pharao Shoshenq I. zurückgeführt wird – lässt auf einen möglichen Zusammenhang schließen, der darauf hindeutet, dass Kamele als Bestandteil von Initiativen zur Verbesserung der Handelseffizienz eingeführt wurden.

Textilien

Kamelhaar wird von Wüstenstämmen und mongolischen Nomaden für verschiedene Zwecke verwendet, darunter Zelte, Jurten, Kleidung, Bettwäsche und Accessoires. Kamelfasern bestehen aus groben äußeren Deckhaaren und feinen inneren Daunen, die nach Farbe und Alter des Tieres kategorisiert werden können. Die Grannenhaare eignen sich zum Verfilzen zu wasserdichten Hirtenmänteln, während die weicheren Daunen hochwertigen Produkten vorbehalten sind. Diese Faser kann zum Weben gesponnen oder zu Garnen zum Handstricken oder Häkeln verarbeitet werden. Historische Aufzeichnungen belegen die Verwendung von reinem Kamelhaar in westlichen Kleidungsstücken ab dem 17. Jahrhundert, wobei sich ab dem 19. Jahrhundert eine Mischung aus Wolle und Kamelhaar durchsetzte.

Militärische Verwendungen

Die frühesten Kamelsättel entstanden um etwa 1200 v. Chr. und ermöglichten das Reiten baktrischer Kamele. Ursprünglich wurden Sättel auf dem Rücken des Kamels angebracht, wobei die Kontrolle über das Trampeltier mithilfe eines Stocks erfolgte. Anschließend, zwischen 500 und 100 v. Chr., wurden baktrische Kamele in militärische Operationen integriert. Neuartige, starre und gebogene Sättel wurden so konzipiert, dass sie über die Höcker passen und das Gewicht des Reiters effektiver auf das Tier verteilen. Im siebten Jahrhundert v. Chr. wurde der arabische Militärsattel entwickelt, der weitere geringfügige Verbesserungen des Satteldesigns mit sich brachte.

Kamelkavallerien wurden von Streitkräften in Konflikten in Afrika und im Nahen Osten eingesetzt, wobei ihr Einsatz bis in die heutige Ära innerhalb der indischen Grenzschutztruppe (BSF) anhielt. Der früheste aufgezeichnete Einsatz von Kamelkavallerien geht auf die Schlacht von Qarqar im Jahr 853 v. Chr. zurück. Darüber hinaus nutzten Armeen Kamele als Lasttiere und dienten als Alternative zu Pferden und Maultieren für den Warentransport.

Das Oströmische Reich setzte Hilfseinheiten ein, die als Dromedarii bezeichnet wurden und aus seinen Wüstenprovinzen rekrutiert wurden. Kamele wurden hauptsächlich im Kampf eingesetzt, da sie Pferde aus nächster Nähe einschüchtern konnten, ein Phänomen, das auf den Geruch der Kamele zurückgeführt wird. Dieser taktische Vorteil wurde insbesondere von den achämenidischen Persern gegen Lydien während der Schlacht von Thymbra im Jahr 547 v. Chr. ausgenutzt.

Das neunzehnte und zwanzigste Jahrhundert

Im 19. Jahrhundert gründete die US-Armee das U.S. Camel Corps mit Sitz in Kalifornien. Die ursprünglichen Stallungen des Benicia Arsenal in Benicia, Kalifornien, sind noch erhalten und beherbergen heute das Benicia Historical Museum. Obwohl der experimentelle Einsatz von Kamelen als erfolgreich galt – John B. Floyd, der Kriegsminister im Jahr 1858, plädierte für Mittel, um weitere tausend Kamele zu erwerben – wurde das Korps nach dem Ausbruch des Amerikanischen Bürgerkriegs im Jahr 1861 aufgelöst. Mit dem Beitritt von Texas zur Konföderation wurde der Großteil der Kamele in die Wüste entlassen.

Frankreich richtete ein méhariste Kamelkorps ein 1912, Eingliederung in die Armée d'Afrique in der Sahara. Diese Initiative zielte darauf ab, die Kontrolle über Tuareg und arabische Aufständische zu verbessern, die Kamele einsetzten, nachdem frühere Infanteriekampagnen gescheitert waren. Das Freie Französische Kamelkorps nahm am Zweiten Weltkrieg teil, und auf Kamelen berittene Einheiten führten den Einsatz bis zum Ende der französischen Kolonialherrschaft in Algerien im Jahr 1962 fort.

Die Briten gründeten 1916 das Kaiserliche Kamelkorps. Ursprünglich gegen die Senussi eingesetzt, diente es anschließend im Sinai- und Palästina-Feldzug während des Ersten Weltkriegs. Dieses Korps bestand aus Infanteriepersonal, das auf Kamelen durch die Wüste ritt, aber abstieg, um zu Fuß an Kämpfen teilzunehmen. Nach Juli 1918 erlebte das Korps aufgrund fehlender Verstärkung einen Niedergang und wurde 1919 offiziell aufgelöst.

Während des Ersten Weltkriegs gründete die britische Armee auch das Egyptian Camel Transport Corps, das aus ägyptischen Kameltreibern und ihren Tieren bestand. Dieses Korps leistete logistische Unterstützung für britische Militäroperationen im Sinai, in Palästina und Syrien, indem es Proviant an die Truppen lieferte.

Die Kolonialbehörden in Britisch-Somaliland gründeten 1912 das Somaliland Camel Corps; Anschließend wurde es 1944 aufgelöst.

Während des Zweiten Weltkriegs setzten rumänische Streitkräfte Trampeltiere im Kaukasus ein. Gleichzeitig adoptierten sowjetische Einheiten, die in der Nähe von Astrachan operierten, 1942 lokale Kamele als Zugtiere, um den Mangel an Lastwagen und Pferden auszugleichen, und behielten sie auch nach dem Umzug aus der Gegend. Trotz erheblicher Verluste gelangten einige dieser Kamele schließlich bis nach Berlin.

Das aus Britisch-Indien stammende Bikaner-Kamelkorps diente sowohl im Ersten als auch im Zweiten Weltkrieg an der Seite der Britisch-Indischen Armee.

Die Tropas Nómadas (Nomadentruppen) bildeten ein Hilfsregiment sahrauischer Stammesangehöriger innerhalb der Kolonialarmee der Spanischen Sahara, die heute als Westsahara bekannt ist. Die Tropas Nómadas waren von den 1930er Jahren bis zum Ende der spanischen Präsenz in dem Gebiet im Jahr 1975 aktiv, mit Kleinwaffen bewaffnet und wurden von spanischen Offizieren kommandiert. Diese Einheit war für die Bewachung von Außenposten und gelegentlich für die Durchführung von Patrouillen auf Kamelen verantwortlich.

Das 21. Jahrhundert

Saudi-Arabien ist Gastgeber des jährlichen König-Abdulaziz-Kamelfestivals, das Kamelrennen, Kamelmilchverkostungen und einen „Schönheitswettbewerb“ für Kamele mit einem Preisgeld von insgesamt 57 Millionen US-Dollar (40 Millionen Pfund) umfasst. Im Jahr 2018 wurden zwölf Kamele vom Schönheitswettbewerb ausgeschlossen, nachdem festgestellt wurde, dass ihre Besitzer Botox-Injektionen verabreicht hatten. Ein vergleichbarer Vorfall im Jahr 2021 führte zur Disqualifikation von über vierzig Kamelen.

Kulinarische Anwendungen

Kamelfleisch und Kamelmilch sind in zahlreichen Küchen weit verbreitete Nahrungsbestandteile, insbesondere im Nahen Osten, in Nordafrika und in bestimmten Regionen Australiens. Kamele dienen als Fleisch- und Milchquelle für den menschlichen Verzehr.

Milchprodukte

Kamelmilch stellt ein Grundnahrungsmittel für Wüstennomadenstämme dar und wird gelegentlich als vollständige Mahlzeit angesehen. Ein Nomade kann sich fast einen Monat lang ausschließlich von Kamelmilch ernähren.

Kamelmilch lässt sich leicht in Joghurt umwandeln, erfordert jedoch zunächst das Säuern, Rühren und die anschließende Zugabe eines Klärmittels zur Butterherstellung. In der Vergangenheit erwies sich Kamelmilch als ungeeignet für die Käseherstellung, da Lab seine Proteine ​​nicht ausreichend koagulieren konnte, um Quark zu bilden. Um die Milchverschwendung einzudämmen, beauftragte die FAO Professor J.P. Ramet von der École Nationale Supérieure d'Agronomie et des Industries Alimentaires, der in den 1990er Jahren durch die Beimischung von Kalziumphosphat und pflanzlichem Lab erfolgreich die Gerinnung herbeiführte. Der resultierende Käse weist einen niedrigen Cholesteringehalt auf und ist auch für Personen mit Laktoseintoleranz leicht verdaulich.

Außerdem eignet sich Kamelmilch zur Eisherstellung.

Fleisch

Weltweit werden jährlich schätzungsweise 3,3 Millionen Kamele und andere Kameliden zu Fleisch verarbeitet. Ein einzelner Kamelkadaver liefert eine beträchtliche Menge Fleisch. Männliche Dromedar-Kadaver wiegen typischerweise 300–400 kg (661–882 lb), während männliche Baktrian-Kadaver bis zu 650 kg (1.433 lb) wiegen können. Weibliche Dromedare liefern leichtere Kadaver, die im Allgemeinen zwischen 250 und 350 kg (550 und 770 lb) wiegen. Zu den bevorzugten Teilstücken gehören Bruststück, Rippchen und Lende, wobei der Höcker als besondere Delikatesse gilt. Das „weiße und kränkliche Fett“ des Buckels wird zur Herstellung von khli verwendet, einem konservierten Fleischprodukt aus Hammel, Rind oder Kamel. Sowohl Kamelmilch als auch Fleisch sind nährstoffreich und enthalten reichlich Eiweiß, Vitamine, Glykogen und andere lebenswichtige Nährstoffe, was sie zu wichtigen Nahrungsbestandteilen für zahlreiche Bevölkerungsgruppen macht. Sowohl im Hinblick auf die chemische Zusammensetzung als auch auf die Fleischqualität ist das Dromedar die bevorzugte Rasse für die Fleischproduktion. Seine außergewöhnlichen physiologischen Anpassungen, wie Toleranz gegenüber extremen Temperaturen, Sonneneinstrahlung, Wasserknappheit, anspruchsvollem Gelände und spärlicher Vegetation, ermöglichen ihm ein Gedeihen in trockenen Umgebungen. Kamelfleisch wird oft ein ähnlicher Geschmack wie grobes Rindfleisch zugeschrieben; Allerdings kann Fleisch von älteren Tieren besonders zäh sein, obwohl längeres Kochen seine Zartheit erhöht.

Kamele gehören zu den Tieren, die während des Eid al-Adha-Qurban rituell geopfert werden, wobei das Fleisch normalerweise in drei Portionen aufgeteilt wird: eine für den Haushalt, eine für die Großfamilie und soziale Netzwerke und eine für die Verteilung an diejenigen, die sich ihr eigenes Opfer nicht leisten können.

Im Abu Dhabi Officers' Club werden Kamelburger mit zusätzlichem Rind- oder Lammfett zubereitet, um die Textur und den Geschmack zu verbessern. In Karatschi, Pakistan, bieten bestimmte Restaurants Nihari aus Kamelfleisch an. Spezialisierte Kamelschlachter bieten präzise Schnitte an, wobei der Höcker das begehrteste Teil ist.

Kamelfleisch wird seit Jahrhunderten verzehrt. Antike griechische Texte dokumentieren seine Anwesenheit als Gericht bei Banketten im alten Persien, typischerweise im Ganzen geröstet. Es ist bekannt, dass der römische Kaiser Heliogabalus Kamelfersen verzehrte. Sein Verzehr ist in bestimmten Regionen wie Eritrea, Somalia, Dschibuti, Saudi-Arabien, Ägypten, Syrien, Libyen, Sudan, Äthiopien und Kasachstan weit verbreitet, insbesondere in Trockengebieten, in denen alternative Proteinquellen knapp sind oder in denen Kamelfleisch ein bedeutendes kulturelles Erbe besitzt. Auch Kamelblut wird konsumiert, insbesondere von Hirtengemeinschaften im Norden Kenias, die es mit Milch als lebenswichtiger Quelle für Eisen, Vitamin D, Salze und Mineralien trinken.

Ein gemeinsamer Bericht des saudischen Gesundheitsministeriums und der US-amerikanischen Zentren für die Kontrolle und Prävention von Krankheiten aus dem Jahr 2005 dokumentierte vier Fälle menschlicher Beulenpest, die auf den Verzehr von roher Kameleber zurückzuführen sind.

Kamelfleisch kommt auch regelmäßig in der australischen Küche vor; Beispielsweise wird in Alice Springs Kamellasagne angeboten. Australien exportiert seit vielen Jahren Kamelfleisch, vor allem in den Nahen Osten, aber auch nach Europa und in die USA. Dieses Fleisch erfreut sich bei ostafrikanischen Australiern, darunter Somalis, großer Beliebtheit, und sein Konsum nimmt auch bei anderen australischen Bevölkerungsgruppen zu. Der Wildstatus dieser Tiere führt zu einer anderen Fleischsorte im Vergleich zu Zuchtkamelen weltweit; Es wird dafür geschätzt, dass es krankheitsfrei ist und aus einer einzigartigen genetischen Population stammt. Die aktuelle Nachfrage übersteigt das Angebot, was zu Forderungen an die Regierungen führt, Ressourcen aus der Kamelschlachtung stattdessen in die Marktentwicklung umzuverteilen. Australien betreibt derzeit sieben Kamelmolkereien, die neben Fleisch auch Milch, Käse und Hautpflegeprodukte produzieren.

Religion

Islam

In der islamischen Tradition wird Kamelfleisch als halal (arabisch: حلال, „erlaubt“) klassifiziert. Dennoch behaupten bestimmte islamische Rechtsschulen, dass sein Konsum einen Zustand ritueller Unreinheit herbeiführt. Folglich sind Anhänger dieser Schulen verpflichtet, vor ihrem anschließenden Gebet nach dem Verzehr von Kamelfleisch eine Wudhu (Waschung) durchzuführen. Darüber hinaus halten es einige islamische Gelehrtenperspektiven für haram (Arabisch: حرام, „verboten“) für Muslime, in von Kamelen frequentierten Gebieten Salat zu verrichten, da solche Orte angeblich mit dem Shaytan (Arabisch: شيطان, 'Teufel'). Während Abu Yusuf (gest. 798) bei Bedarf die Verwendung von Kamelurin für medizinische Zwecke erlaubte, riet Abū Ḥanīfah von dessen Konsum ab.

Kamele sind prominente Figuren in zahlreichen Erzählungen der islamischen Schriften. Beispielsweise beschreibt der Bericht über das Volk von Thamud die wundersame Hervorrufung eines naqat (arabisch: ناقة, „Milchkamel“) durch den Propheten Salih aus einem Felsen. Nach Mohammeds Migration von Mekka nach Medina (Hidschra) erlaubte er seiner Kamelstute, frei umherzuwandern, und der Ort, an dem sie schließlich ruhte, bestimmte den gewählten Ort für seinen Wohnsitz in Medina.

Judentum

In der jüdischen Tradition gelten sowohl Kamelfleisch als auch Milch als nicht koscher. Kamele erfüllen nur eines der beiden erforderlichen Kriterien für koschere Tiere; Während sie grübeln, fehlen ihnen gespaltene Hufe: „Aber diese darfst du nicht essen unter denen, die Wiederkäuer züchten, und denen, die einen gespaltenen Huf haben: das Kamel, weil es wiederkäut, aber keinen [vollständig] gespaltenen Huf hat; es ist unrein für dich.“

Der Makhamara-Clan, eine palästinensische muslimische Gemeinde in Yatta, die behauptet, jüdische Abstammung zu haben, verzichtet Berichten zufolge auf den Verzehr von Kamelfleisch, eine häufig zitierte Praxis als Bestätigung ihres behaupteten jüdischen Erbes.

Kulturelle Darstellungen

Die möglicherweise ältesten Kamelschnitzereien wurden 2018 in Saudi-Arabien ausgegraben. Eine anschließende Analyse durch multidisziplinäre Forscher im Jahr 2021 schätzte ihr Alter auf 7.000 bis 8.000 Jahre. Die inhärente Herausforderung bei der Datierung von Felskunstwerken, die aus dem Fehlen von organischem Material in den Schnitzereien resultiert, die für Tests geeignet sind, erforderte, dass Forscher alternative Methoden anwenden, einschließlich der Analyse der zugehörigen Tierknochen, der Beurteilung von Erosionsmustern und der Untersuchung von Werkzeugspuren, um ein genaues Entstehungsdatum für diese Skulpturen zu ermitteln. Dieser neolithischen Datierung zufolge sind die Schnitzereien erheblich älter als Stonehenge (5.000 Jahre alt) und die ägyptischen Pyramiden von Gizeh (4.500 Jahre alt) und liegen insbesondere vor aktuellen Schätzungen zur Domestizierung von Kamelen.

Verteilung und Zahlen

Im Jahr 2010 wurde die weltweite Kamelpopulation auf etwa 14 Millionen geschätzt, wobei Dromedare 90 % dieser Gesamtzahl ausmachten. Heutige Dromedarpopulationen bestehen hauptsächlich aus domestizierten Tieren, die vorwiegend am Horn von Afrika, in der Sahelzone, im Maghreb, im Nahen Osten und in Südasien vorkommen. Allein am Horn von Afrika gibt es die weltweit höchste Konzentration an Kamelen, wo Dromedare eine entscheidende Rolle in der nomadischen Lebensweise der Einheimischen spielen. Diese Tiere versorgen Nomadengemeinschaften in Somalia und Äthiopien mit lebenswichtigen Ressourcen wie Milch, Nahrung und Transportmitteln.

In Australien leben schätzungsweise mehr als eine Million Dromedar-Kamele in freier Wildbahn, die von Tieren abstammen, die im 19. und frühen 20. Jahrhundert zu Transportzwecken eingeführt wurden. Diese Population weist eine jährliche Wachstumsrate von etwa 8 % auf und wurde 2008 auf 700.000 Individuen geschätzt. Die australischen Regierungsbehörden haben Keulungsprogramme eingeführt, durch die über 100.000 dieser Tiere eliminiert wurden, teilweise aufgrund ihres übermäßigen Verbrauchs begrenzter Ressourcen, die für die Schafzucht lebenswichtig sind.

Eine kleine Population eingeführter Kamele, darunter sowohl Dromedare als auch Baktrier, durchstreifte den Südwesten der Vereinigten Staaten, nachdem sie im 19. Jahrhundert im Rahmen der Initiative des U.S. Camel Corps importiert wurden. Nach Abschluss des Projekts wurden diese Tiere als Zugtiere in Bergbaubetrieben eingesetzt und flohen anschließend oder wurden in die Wildnis entlassen. Während des Cariboo-Goldrauschs wurden 25 amerikanische Kamele erworben und anschließend nach Kanada exportiert.

Bis 2010 war die Population baktrischer Kamele auf schätzungsweise 1,4 Millionen überwiegend domestizierte Individuen zurückgegangen. Das wilde Trampeltier ist weltweit die einzige wirklich wilde (nicht wilde) Kamelart. Diese Art ist genetisch unterschiedlich und gilt nicht als Vorfahre des baktrischen Hauskamels. Die vom Aussterben bedrohte Wildpopulation zählt etwa 950 Individuen und lebt in den Wüsten Gobi und Taklamakan in China und der Mongolei.

Referenzen

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Notizen

Bibliographie

Çavkanî: Arşîva TORÎma Akademî

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